Studienbeihilfe

Die Studienbeihilfe wurde erhöht!

Die Novellierung des Studienförderungsgesetzes ergibt ab 1. September 2017 eine deutliche Erhöhung der Studienbeihilfe. Durch die Novellierung wurde folgendes geändert:

  • Anhebung der Höchststudienbeihilfe
  • Ausdehnung der "Auswärtigkeit"
  • Erhöhungszuschläge für Studienrende ab 24 und 27 Jahren
  • Neuerungen beim Studienabschluss-Stipendium

Für genauere Informationen kannst du dir die Novelle des Studienförderungsgesetzes ansehen oder bei uns vorbeikommen.



Die Studienbeihilfe soll jenen Teil der Studienkosten abdecken, welche unterhaltspflichtige Eltern aufgrund ihrer Einkommenssituation nicht zu tragen in der Lage sind. Die genauen rechtlichen Bestimmungen zur Studienbeihilfe sind im Studienförderungsgesetz (StudFG 1992) festgeschrieben. Die folgenden Kapitel sollen dir einen Überblick über die Regelungen der österreichischen Studienbeihilfe geben:

SelbsterhalterInnenstipendium:

Weitere Studienförderungsmaßnahmen:

 

Wer hat Anspruch auf Studienbeihilfe?

Folgende Personen können Studienbeihilfe erhalten:

  • Österreichische StaatsbürgerInnen
  • EU- bzw. EWR-BürgerInnen (unter bestimmten Voraussetzungen)
  • Drittstaatsangehörige (unter bestimmten Voraussetzungen)
  • Staatenlose (unter bestimmten Voraussetzungen)
  • Konventionsflüchtlinge

Tipp: Ob du eventuell Anspruch auf Studienbeihilfe hast, kannst du mit dem Stipendienrechner der Arbeiterkammer Oberösterreich leicht überprüfen: http://www.stipendienrechner.at/

 

Voraussetzungen:

  • soziale Bedürftigkeit (dabei wird das Einkommen von dir, deinen Eltern, deiner EhepartnerIn oder eingetragenen LebenspartnerIn zur Berechnung herangezogen; bei SelbsterhalterInnen bleibt das Einkommen der Eltern unberücksichtigt)
  • günstiger Studienerfolg
  • Studienbeginn vor dem 30. Lebensjahr (bis zum 35. Lebensjahr: bei SelbsterhalterInnen, Studierenden mit Kind(ern), Studierenden mit Beeinträchtigungen, bei Aufnahme eines Masterstudiums)
  • kein abgeschlossenes, gleichwertiges Studium (Ausnahme bei einem anschließenden Master- oder Doktoratsstudium)
  • Einhaltung der Anspruchsdauer
  • Einhaltung der Studienwechselbestimmungen

 

Anspruchsdauer:

Bachelorstudium: Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester
Masterstudium: Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester
Diplomstudium: Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester pro Abschnitt

Tipp: Auf der Homepage der Studienbeihilfenbehörde kannst du überprüfen, ob und wie lange dein Studium grundsätzlich gefördert wird: https://www.stipendium.at/studienfoerderung/abfrage-gefoerderter-studien/

Aufgrund wichtiger Gründe kann die Anspruchsdauer auch verlängert werden:

  • Schwangerschaft
  • Pflege und Erziehung von Kindern vor Vollendung des 6. Lebensjahres
  • Beeinträchtigung (Grad der Behinderung mindestens 50%)
  • Ableistung des Zivil-, Präsenz- und Ausbildungsdienst während der Anspruchsdauer
  • schwerer Erkrankung (fachärztliche Bestätigung)
  • unvorhergesehenes, unabwendbares Ereignis
  • Auslandsstudium
  • zeitaufwändige Masterarbeit, Diplomarbeit oder Dissertation
  • außergewöhnliche Studienbelastung
  • ÖH-Tätigkeit

Wichtig: Der Verlängerungsgrund muss während des Studiums bzw. im betreffenden Semester vorgelegen sein und rechtzeitig vor dem Ablaufen der Anspruchsdauer der zuständigen Stipendienstelle bekannt gegeben werden.

 

Studienerfolg:

Neben der Einhaltung einer bestimmten Anspruchsdauer, ist der Stipendienstelle außerdem ein günstiger Studienerfolg nachzuweisen:

Bachelor-/Diplomstudien:
nach dem 2. Semester: 30 ECTS- Punkte oder 14 Semesterstunden
nach dem 6. Semester: 90 ECTS-Punkte oder 42 Semesterstunden

Bitte beachte, dass bei Diplomstudien mit einer kürzeren Anspruchsdauer im 1. Abschnitt der Leistungsnachweis durch die Absolvierung des ersten Studienabschnittes vorliegen muss.

Masterstudien:
nach dem 2. Semester: 20 ECTS-Punkte oder 10 Semesterstunden
nach dem 6. Semester: 90 ECTS-Punkte oder 42 Semesterstunden (wenn wegen Verlängerungssemester noch Anspruch auf Studienbeihilfe besteht)

Außerdem hast du nur dann Anspruch auf eine Studienbeihilfe im Master, wenn

  • das weiterführende Masterstudium innerhalb von 30 Monaten nach dem erstmaligen Abschluss eines Bachelorstudiums aufgenommen wird.
  • du den Master vor deinem 35. Geburtstag beginnst.
  • wenn du die gesetzliche Studienzeit im Bachelorstudium um nicht mehr als drei Semester überschritten hast.

Doktoratsstudien:
nach dem 2. Semester: 12 ECTS-Punkte oder 6 Semesterstunden
nach dem 6. Semester: Bestätigung des Dissertationsbetreuers über den erfolgreichen Fortschritt der Dissertation

Unter folgenden Voraussetzungen hast du auch während des Doktorats Anspruch auf eine Studienbeihilfe:

  • Wenn das Doktorat auf dein bisheriges Master- oder Diplomstudium aufbaut.
  • Wenn du das Doktorat innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss des vorangegangenen Master- oder Diplomstudiums aufnimmst.
  • Wenn du dein Studium vor dem 30. Geburtstag beginnst (Ausnahmen möglich).
  • Wenn du die gesetzliche Studienzeit bis zum Doktorat nicht wesentlich überschritten hast (genaue Informationen dazu findest du unter: www.stipendium.at ).

Die Auszahlung der Beihilfe stoppt mit Ende August bzw. Ende Februar, wenn der Studienerfolg zu diesem Zeitpunkt der Stipendienstelle noch nicht vorliegt und erfolgt rückwirkend, wenn der Studienerfolg bis spätestens 15. Mai bzw. 15. Dezember nachgewiesen wird.

Achtung: Solange du den günstigen Studienerfolg nicht nachweisen kannst, besteht kein Anspruch auf Studienbeihilfe!

Prüfungen, die du vor Studienbeginn (z.B. während der Schulausbildung) abgelegt hast, und die dir für das Studium anerkannt worden sind, können für den Leistungsnachweis nicht verwendet werden!

 

Studienwechsel:

Was ist ein Studienwechsel?

  • Jede Änderung einer Studienrichtung.
  • Der Wechsel eines Unterrichtsfaches bei Lehramtsstudien.
  • Die Rückkehr zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen bereits eine andere Studienrichtung betrieben wurde.
  • Wenn du ein Doppelstudium betreibst und bei einem Folgeantrag auf Studienbeihilfe nicht für die Hauptstudienrichtung, sondern für die Nebenstudienrichtung um Studienbeihilfe ansuchst.

Ein Studienwechsel ist der Stipendienstelle umgehend zu melden. Um auch im neuen Studium Studienbeihilfe beziehen zu können, sind, neben einer erneuten Antragsstellung, einige Voraussetzungen zu erfüllen: Insgesamt darfst du während deiner Studienzeit dein Studium zwei Mal wechseln. Beachte bitte, dass der Studienwechsel spätestens in der Zulassungsfrist des dritten Semesters erfolgen und ein günstiger Studienerfolg vorliegen muss, damit du den Anspruch auf Studienbeihilfe (und auch auf Familienbeihilfe) nicht verlierst! Es gibt aber die Möglichkeit nach einer Wartefrist den Anspruch auf Studienbeihilfe wiederzuerlangen. Informiere dich dazu bitte direkt bei deiner zuständigen Stipendienstelle oder dem ÖH Sozialreferat.

Seit September 2016 gilt außerdem, dass nur die Studienzeit des am längsten betriebenen und verspätet - also nach dem dritten Semester - gewechselten Studiums für die Wartezeit bis zur Wiedererlangung des Beihilfenanspruchs zu berücksichtigen ist!

 

Verdienstgrenze:

Neben dem Bezug der Studienbeihilfe darfst du 10.000 EUR pro Jahr dazuverdienen, dabei werden die Jahresbruttobezüge minus Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale gerechnet. Für Studierende mit Kind kann die Verdienstgrenze noch höher liegen. Das Einkommen, das du vor dem Studienbeihilfenbezug erzielt hast, hat keine Auswirkungen auf die Höhe der laufenden Beihilfe. Beziehst du die Studienbeihilfe nicht für ein ganzes Kalenderjahr, so verringert sich die Zuverdienstgrenze aliquot. Diese Regelung kommt vor allem im ersten und letzten Semester zu tragen! Dabei gilt für die Berechnung der Einkommensgrenze folgende Formel:

10.000 EUR / 12 x Zahl der Monate des Beihilfenbezugs

Achtung: Waisenrente, Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld, Weiterbildungsgeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Sozialhilfe, Notstandshilfe, Sonderunterstützung nach dem Sonderunterstützungsgesetz sowie Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Überstundenabgeltungen, Abfertigungen, Auszahlungen aus Vorsorgekassen, etc.) werden zum Jahresbruttoeinkommen dazugezählt!

Grundsätzlich ist der Stipendienstelle durch das Formblatt SB 6 das zu erwartende Einkommen bekannt zu geben. Eine realistische Selbsteinschätzung in diesem Zusammenhang kann eine spätere Rückforderung verhindern, denn leider können Änderungen beim Zuverdienst während des laufenden Bewilligungszeitraumes nicht durch einen Abänderungsantrag berücksichtigt werden. Überschreitest du dennoch die Zuverdienstgrenze, so ist der Differenzbetrag zwischen tatsächlichem Einkommen und Verdienstgrenze zurückzuzahlen. Das Überschreiten der Zuverdienstgrenze hat also nicht automatisch den Verlust der gesamten Studienbeihilfe zur Folge.

 

Verzicht auf Studienbeihilfe:

Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit eines Verzichtes auf Studienbeihilfe. Dieser wird auf Antrag des/der Studierenden gewährt und wirkt bis zum Ende des Zuerkennungszeitraums der Studienbeihilfe. Dieser formlose Antrag ist im Monat vor dem gewünschten Verzichtzeitraums zu stellen.

 

Antragsstellung:

Die Studienbeihilfe kann mittels Online-Antrag bequem von zu Hause und unabhängig von Öffnungszeiten beantragt werden. Alternativ dazu liegen Studienbeihilfenformulare im ÖH Sozialreferat auf und stehen unter http://www.stipendium.at zum Download zur Verfügung.

Antragsfristen:

Im Wintersemester: 20. September bis 15. Dezember
Im Sommersemester: 20. Februar bis 15. Mai

Studienbeihilfenanträge werden auch außerhalb der Antragsfristen entgegengenommen. In diesem Fall erfolgt eine Bewilligung nur ab dem Folgemonat und nicht rückwirkend von Semesterbeginn an.

 

Abänderungsantrag und Meldepflichten:

Einen Abänderungsantrag kannst du jederzeit während des Bewilligungszeitraumes bei der zuständigen Stipendienstelle stellen. Stellst du einen Abänderungsantrag noch innerhalb der Antragsfrist, wird die Abänderung mit Beginn des Zuerkennungszeitraumes wirksam. Ansonsten werden die Änderungen ab dem Monat der Abänderungsantragsstellung berücksichtigt. All jene Umstände, die Einfluss auf die Berechnung und damit auch auf die Höhe der Studienbeihilfe haben, können Gründe für eine Abänderung darstellen (z.B. wenn sich das Einkommen eines Elternteiles erheblich verändert).

Darüber hinaus musst du der Stipendienstelle innerhalb von zwei Wochen folgende Sachverhalte melden: Studienabbruch, Studienwechsel, Studienabschluss, Änderungen des Familienstandes, Änderungen der Ausbildung der Geschwister, die Ableistung des Zivil-, Präsenz- oder Ausbildungsdienstes, Änderungen beim Zuverdienst als auch Änderungen der persönlichen Angaben (Wohnadresse, Mailadresse, Kontonummer).

 

Zuschüsse:

Neben der Studienbeihilfe, erhalten StudienbeihilfenbezieherInnen noch eine Reihe anderer Unterstützungsleistungen:

Fahrtkostenzuschuss:

Die im StudFG verankerten Fahrtkostenzuschüsse (FKZ) sollen einen Teil der Fahrtkosten für StudienbeihilfenbezieherInnen ersetzen. Die Höhe des FKZ orientiert sich, unter Berücksichtigung eines jährlichen Selbstbehaltes von 50 EUR, an den begünstigten Studierendentarifen. Der FKZ wird in zehn Monatsraten (von Oktober bis Juli) ausbezahlt.

Fahrtkostenzuschüsse werden in drei verschiedenen Formen gewährt:

Allgemeiner Fahrtkostenzuschuss: wenn du am Studienort wohnst und dort ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt; Nachweis: personenbezogene Dauerkarte

Pendlerzuschuss: wenn du nicht am Studienort wohnst und pendeln musst; kein Nachweis erforderlich

Heimfahrtzuschuss: wenn deine Eltern mehr als 200 km vom Studienort entfernt im Inland wohnen; kein Nachweis erforderlich

Versicherungskostenbeitrag:

StudienbeihilfenbezieherInnen erhalten ab dem vollendeten 27. Lebensjahr automatisch einen Versicherungskostenbeitrag in der Höhe von 19 EUR pro Monat, für jeden Monat, in dem eine begünstigte Selbstversicherung für Studierende in der Krankenversicherung (§ 76 Abs. 1 ASVG) besteht. Die Auszahlung der Versicherungskostenbeiträge erfolgt im Nachhinein, d.h. erst nach Ablauf des Zuerkennungszeitraumes. Ein Anspruch auf den Versicherungskostenbeitrag besteht nicht, wenn man eine andere Form der Selbstversicherung wählt.

Kinderbetreuungskostenzuschuss:

Studierende, die sich in der Studienabschlussphase befinden, sozial förderungswürdig sind und Kinder zu betreuen haben, haben die Möglichkeit, einen Zuschuss zu den Kosten der Kinderbetreuung zu beantragen. Dieser Zuschuss wird längstens 18 Monate gewährt und beträgt für jedes Kind höchstens 150 EUR pro Monat. Auch hier erfolgt die Auszahlung des Zuschusses im Nachhinein.

Auslandsbeihilfe:

Die internationale Mobilität von Studierenden unterstützt die Studienbeihilfenbehörde, indem StudienbeihilfenbezieherInnen (für höchstens 20 Monate) einen Anspruch auf die Gewährung einer Auslandsbeihilfe haben. Die Auslandsbeihilfe wird zusätzlich zur „normalen“ Studienbeihilfe ausgezahlt und orientiert sich an den Lebenshaltungskosten des Gastlandes. Anträge für die Auslandsbeihilfe sind bei der Stipendienstelle zu stellen.

Im Zusammenhang mit einem Auslandsstudium können außerdem noch folgende Studienförderungsmaßnahmen bezogen werden: Sprachstipendien bzw. Reisekostenzuschüsse. Weitere Informationen in diesem Zusammenhang erhältst du im Auslandsbüro der JKU (auslandsbuero@jku.at).

 

NEU ab September 2017:

 

Signifikante Erhöhung der Studienbeihilfe:

Die mit September 2017 in Kraft tretende Novellierung des Studienförderungsgesetzes sieht vor allem eine Erhöhung der Studienbeihilfe um etwa 18 Prozent vor. Damit soll die Nichtvalorisierung der Studienbeihilfe seit 2008 ausgeglichen werden. Studierenden, denen eine Studienbeihilfe für das Sommersemester 2017 und das Wintersemester 2017/18 bewilligt wurde, erhalten ab September 2017 entsprechend der Novelle eine höhere Studienbeihilfe. Eine neuerliche Antragsstellung ist nicht notwendig!

Monatlicher Erhöhungszuschlag für Über-24-Jährige bzw. Über-27-Jährige:

Da ältere Studierende laut Studierendensozialerhebung in höherem Ausmaß von finanziellen Schwierigkeiten bedroht sind, erhalten Studierende über 24 ab September 2017 einen monatlichen Zuschlag von 20 EUR und Über-27-Jährige einen Zuschlag von 40 EUR pro Monat.

„Auswärtigkeit“ für Über-24-Jährige:

Ab September 2017 werden alle Studierende, die das 24. Lebensjahr bereits vollendet haben, unabhängig vom eigenen Wohnsitz oder dem Wohnsitz der Eltern, als „auswärtig“ eingestuft. Dadurch kann sich eventuell eine höhere Studienbeihilfe ergeben.

Neuregelung der Auswärtigkeit:

Die Überprüfung der Auswärtigkeit wird ab September 2017 automationsunterstützt erfolgen. In diesem Zusammenhang wird nun nicht mehr die Heimatgemeinde der Eltern für die Zumutbarkeit des Pendelns herangezogen, sondern die genaue Wohnadresse der Erziehungsberechtigten. Durch Übergangsbestimmungen wird außerdem garantiert, dass eine bis zum 31. August 2017 vorliegende Auswärtigkeit nicht verloren geht. Ändert sich allerdings dein Studienort, dann wird die Auswärtigkeit natürlich neu überprüft.

Erhöhung der zumutbaren Unterhaltsleistung der Eltern:

In der Vergangenheit hatten immer weniger Studierende Anspruch auf eine Studienbeihilfe, da ihre Eltern im Sinne des Studienförderungsgesetzes „zuviel verdient“ haben. Dieses Phänomen war der Nichtanpassung der Unterhaltsbeträge der Eltern geschuldet. Mit der Erhöhung der Beträge der zumutbaren Unterhaltsleistungen der Eltern, wurde auf die Problematik der kalten Progression reagiert und zukünftig werden wieder mehr Studierende Anspruch auf (eine konventionelle) Studienbeihilfe haben.

Tipp: Wir raten daher allen Studierenden, die bisher keinen Anspruch auf Studienbeihilfe hatten, weil ihre Eltern über zu hohe Einkünfte verfügten, im Herbst 2017 einen neuen Studienbeihilfenantrag zu stellen!

 

SelbsterhalterInnenstipendium

Eine besondere Form der Studienbeihilfe stellt das SelbsterhalterInnenstipendium dar. Um laut StudFG Anspruch auf dieses Stipendium zu haben, musst du dich vor Beginn deines Studiums mindestens 48 Monate (möglichst zusammenhängend) „selbst erhalten“ haben. Dafür musst du der Stipendienstelle ein jährliches Mindesteinkommen von 8.580 EUR nachweisen können (Bruttoeinkommen minus Sozialversicherung; Werbekosten- und Sonderausgabenpauschale werden hier nicht abgezogen). Unabhängig von der Höhe des Einkommens, zählen Zeiten des Zivil-, Präsenz- und Ausbildungsdienstes zum Selbsterhalt.

Bei der Berechnung des SelbsterhalterInnenstipendiums bleibt das elterliche Einkommen unberücksichtigt. Das heißt, nur dein eigenes Einkommen bzw. das Einkommen deiner (geschiedenen) Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnerin bzw. deines (geschiedenen) Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners wird zur Studienbeihilfenberechnung herangezogen. Die höchstmögliche Studienbeihilfe für SelbsterhalterInnen beträgt grundsätzlich 715 EUR pro Monat. Studierende, die das 24. bzw. 27. Lebensjahr vollendet haben, erhalten ab September 2017 darüber hinaus einen monatlichen Zuschuss von 20 bzw. 40 EUR. Studierende mit Kind(ern) oder Studierende mit Beeinträchtigungen erhalten ebenfalls entsprechende Erhöhungszuschläge.

 

Altersgrenze:

Grundsätzlich muss das Studium vor Vollendung des 30. Lebensjahres begonnen werden. Diese Grenze erhöht sich für SelbsterhalterInnen um ein weiteres Jahr, für jedes volle Jahr, in dem sie sich länger als vier Jahre selbst erhalten haben – höchstens jedoch um insgesamt fünf Jahre. Die maximale Altersgrenze für den Bezug des Selbsterhalterstipendiums ist somit der 35. Geburtstag.

 

Antragstellung:

Die Antragsstellung erfolgt genau wie bei der Studienbeihilfe, wobei die Unterlagen für Eltern und Geschwister wegfallen. Bei der erstmaligen Antragstellung sind ein Versicherungsdatenauszug mit Beitragsgrundlagen und entsprechende Einkommensnachweise beizulegen. Ein zusätzliches Formular ist nicht mehr auszufüllen.

Ansonsten gelten dieselben Bestimmungen wie bei der Studienbeihilfe!

 

Weitere Studienförderungsmaßnahmen

Studienabschluss-Stipendium:

Das Studienabschluss-Stipendium ist für berufstätige Studierende vorgesehen, die kurz vor Abschluss ihres Studiums stehen. Voraussetzung ist neben einer vorhergehenden Berufstätigkeit, dass nur mehr wenige Prüfungen zum Studienabschluss fehlen, und - falls eine Diplomarbeit/Masterarbeit anzufertigen ist – diese bereits begonnen, aber noch nicht abgeschlossen worden ist.

Ab September 2017 besteht außerdem ein Rechtsanspruch auf das Studienabschluss-Stipendium, denn bisher wurde das Stipendium im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung vergeben. Darüber hinaus wurde das höchstmögliche SAS von 1.040 EUR auf monatlich 1.200 EUR angehoben. Weiters wurde die Nachweisfrist des Studienabschlusses zum Ausschluss einer Rückzahlung von 6 auf 12 Monate verlängert.

 

Studienunterstützung:

Studierende einer Fern- oder Privatuniversität können unter bestimmten Voraussetzungen eine Studienunterstützung erhalten. Die Studienunterstützung ist aber auch zur finanziellen Unterstützung von förderungswürdigen Studierenden in prekären Situationen vorgesehen. Das Ansuchen um eine Studienunterstützung ist bei der zuständigen Stipendienstelle oder beim BMWFW einzubringen. Über eine Unterstützung wird im Einzelfall entschieden.

 

Mobilitätsstipendium:

Seit dem Wintersemester 2008/09 ist es möglich, für ein zur Gänze in einem Land des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) oder in der Schweiz betriebenes Studium eine Studienförderung in Form eines Mobilitätsstipendiums zu bekommen.

 

Kontakt:

Stipendienstelle Linz
Adresse: Ferihumerstraße 15, 4040 Linz
Telefon: +43 (0) 732/ 66 40 31
E-Mail: stip.linz@stbh.gv.at
Website: www.stipendium.at

Bei E- Mailanfragen bitte unbedingt immer Matrikelnummer, Personenkennzahl oder SV-Nummer angeben!

Stand: Oktober 2017