Statistik – Das unbekannte Topstudium für die Zukunft

Statistik – Das kann man studieren!?

Wenn wir den Leuten erzählen, dass wir Statistik studieren, bekommen wir so gut wie jedes Mal die Frage gestellt: „DAS kann man studieren?“ – Ja, Statistik kann man studieren! Das Fach wird an der JKU als Bachelor- und als Masterstudium angeboten. Statistik beschäftigt sich mit Verfahren zur geeigneten Gewinnung, Beschreibung und Analyse von Daten. Im Statistikstudium lernt man Methoden und mathematisches Handwerkszeug, um neue Modelle zu entwickeln. Die im Studium erlernten statistischen Verfahren ermöglichen es StatistikerInnen aus großen Datenmengen Rückschlüsse zu ziehen, was besonders in Zeiten von „Big Data“ von Bedeutung ist.

Statistik – Mehr als nur Excelgrafiken erstellen!

Kaum ist die erste Frage beantwortet, folgt schon Lieblingsfrage Nummer Zwei: „Und was kann man DAMIT später arbeiten?“. StatistikerInnen können in extrem vielseitigen und spannenden Berufen eingesetzt werden und erstellen im Arbeitsalltag nicht – wie viele Leute glauben – nur Excelgrafiken. Dies haben ehemalige StatistikstudentInnen der JKU beim von der Studienvertretung organisierten Absolventenabend am 6. April bestens demonstriert. Dabei haben folgende AbsolventInnen von ihren Tätigkeiten berichtet:

·         Norbert Faschinger: Leiter der Statistikabteilung der Firma Sportradar

·         Andrea Mühlberger: Statistikerin bei voestalpine Stahl GmbH, aktuelle Abteilung: Vertriebssteuerung

·         Sabine Tröbinger: Statistikerin bei voestalpine Stahl GmbH, aktuelle Abteilung: Qualitätslenkung

·         Christoph Freudenthaler: Statistiker bei RobArt GmbH

·         Sabine Spreitzer: Kooperation mit Firma Pöttinger (Vorstellung Masterarbeit)

Norbert Faschinger von Sportradar, dessen Hauptaufgabe es ist, Vorhersagemodelle zu Sportereignissen zu erstellen, erzählte von zwei seiner spannendsten Projekte. Eines verfolgte im Auftrag der UEFA das Ziel manipulierte Fußballspiele herauszufiltern. Dazu wurden 50 000 Fußballspiele hinsichtlich unüblicher Wettquoten analysiert und ein Algorithmus entwickelt,  der bei auffälligen Spielen ausschlägt. Im zweiten Projekt befasste er sich mit der Live-Modellierung von Gewinnwahrscheinlichkeiten bei Footballspielen in den USA. Auch die beiden Statistikerinnen der voestalpine Stahl GmbH informierten über ihren Arbeitsalltag: Andrea Mühlberger fungiert unter anderem als Ansprechpartnerin für den Vorstand in Hinblick auf Stahlkonjunktur und zu den Aufgaben von Sabine Tröbinger gehört das Überwachen von Prozessparametern bei der Stahlherstellung. Mit der Entwicklung von Sensoren für Staubsaugerroboter beschäftigt sich Christoph Freudenthaler bei der RobArt GmbH. Dabei testet er zum Beispiel die Lebensdauer dieser Sensoren und schätzt mit Hilfe von Regressionsmodellen und Sensordaten die Position des Roboters im Raum. In ihrer Masterarbeit setzte sich Sabine Spreitzer mit der Entwicklung eines Erkennungssystems für Mähmaschinen auseinander, das Rehkitze im Feld erkennt, um deren Überlebenschancen zu erhöhen. Doch das ist längst nicht alles: StatistikerInnen sind auch bei Versicherungen, Markt- und Meinungsforschungsinstituten, in der Medizin- und Pharmaindustrie sowie in der amtlichen Statistik heiß begehrt.

So waren sich die AbsolventInnen einig, dass man als ausgebildete(r) Statistiker(in) keine Angst haben muss, nach dem Studium ohne Job dazustehen. In ihren Jahrgängen hätten alle AbsolventInnen spätestens nach zwei bis drei Bewerbungen eine feste Arbeitsstelle gefunden. Allerdings ist Eigeninitiative bei der Bewerbung erforderlich, da Stellenausschreibungen oft nicht explizit nach einem/einer Statistiker(in) verlangen. Häufig sind diese Stellen an WirtschaftswissenschaftlerInnen, MathematikerInnen und InformatikerInnen mit statistischer Zusatzausbildung gerichtet, weil der Beruf des/der Statistiker(in) den Unternehmen oftmals nicht bekannt ist. StatistikerInnen bilden die Schnittstelle mehrerer Berufsgruppen. Sie zeichnen sich durch ein Grundverständnis für Mathematik aus, verfügen über Programmierkenntnisse und sind im praxisorientierten Umgang mit echten Daten geübt. Nicht umsonst sagte Hal Varian, der Chefökonom von Google: “I keep saying that the sexy job in the next 10 years will be statisticians. And I’m not kidding.”

Statistik - das Pendant zum starren Massenstudium

Das Statistikstudium an der JKU zeichnet sich durch hervorragende, individuelle Betreuung der Studierenden und eine familiäre Atmosphäre aus. Da auch auf Interdisziplinarität viel Wert gelegt wird, wird im Zuge des Bachelorstudiums ein umfangreicher Wahlfachblock (57 ECTS) absolviert, worduch eine flexible Wahl des Studienschwerpunkts möglich ist. Daher ist das Studium auch hervorragend als Kombinationsstudium geeignet und vor allem in Hinblick auf die beruflichen Chancen sehr zu empfehlen!