Arbeiten und Studieren

Arbeiten und Studieren

70 Prozent der Studierenden an der JKU sind in irgendeiner Form berufstätig, etwa 45 Prozent arbeiten sogar mehr als 30 Stunden pro Woche. Der überwiegende Teil der Studierenden nimmt eine Erwerbstätigkeit in erster Linie zur Sicherung des Lebensunterhaltes auf.

Wie ist es möglich Arbeit und Studium erfolgreich zu vereinbaren?

Es ist ein Balanceakt mit dem erwerbstätige Studierenden hier konfrontiert sind:
Arbeitet man als Studierender im höheren Ausmaß und hat man dementsprechend mehr Geld zur Verfügung, leidet das Studium zu einem gewissen Grad darunter – arbeitet man aber weniger oder gar nicht, kann man sich zwar einerseits dem Studium intensiver widmen, andererseits verschlechtert sich auch die finanzielle Lage.

Die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Studium ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig (Studienrichtung, Stundenausmaß der Erwerbstätigkeit, Situation im Unternehmen etc.). Wir - als ÖH Sozialreferat- empfehlen betroffenen Studierenden aber eine intensive Auseinandersetzung (vor allem am Beginn eines Studiums) mit folgenden Themen:

  1. Studienplanung: Wie organisiere ich mein Studium?

 

  1. Studienfinanzierung: Wie finanziere ich mein Studium?

Reichen der Unterhalt der Eltern, die Familienbeihilfe und die Studienbeihilfe zur Finanzierung des Lebensunterhaltes nicht aus bzw. erhält man aus den unterschiedlichsten Gründen keine ausreichende finanzielle Unterstützung, dann ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit meist die einzige Möglichkeit, sich das Studium zu finanzieren. Neben einer vorausschauenden und realistischen Planung des Studiums, sollten erwerbstätige Studierende folgende Aspekte besonders beachten:

Zuverdienstgrenzen bei Beihilfenbezug:

  • Studienbeihilfe
    Die Einkommensgrenze liegt bei 10.000 EUR pro Jahr (aliquot!), dabei werden die Jahresbruttobezüge minus Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale gerechnet. Waisenrente, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosen- und Bildungskarenzgeld sowie das 13. und 14. Gehalt werden unter anderem zum Jahresbruttoeinkommen dazu gerechnet.
  • Familienbeihilfe
    Auch hier liegt die Einkommensgrenze bei 10.000 EUR pro Jahr. Es werden wiederum die Jahresbruttobezüge minus Sozialversicherungsbeträge, Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale gerechnet. Allerdings erhöhen Einkünfte wie etwa die Waisenpension oder das 13. und 14. Gehalt deine Jahresbruttobezüge nicht.

Unterschiede bei den einzelnen Beschäftigungsformen:

Je nach Beschäftigungsform gelten unterschiedliche steuer- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen:

  • So beginnt etwa die Steuerpflicht bei nichtselbstständig erwerbstätigen ArbeitnehmerInnen bei einem Jahreseinkommen von 12.000 EUR. Bist du steuerpflichtig, kannst du im Zuge der ArbeitnehmerInnenveranlagung unter anderem sämtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit deinem Studium entstanden sind, als Werbungskosten geltend machen (Wichtig: Rechnungen aufheben!).
  • Studierende mit einem Werk- oder freiem Dienstvertrag müssen bereits ab einem Jahreseinkommen von 11.000 EUR steuerrechtliche Regelungen beachten. Entsteht aufgrund der Höhe des Einkommens eine Steuerpflicht, muss man selbstständig eine Einkommenssteuererklärung beim zuständigen Finanzamt abgeben.
  • Hat man als Studierender sowohl Einkünfte aus nichtselbstständiger als auch selbstständiger Tätigkeit, beginnt die Steuerpflicht ab einem Jahreseinkommen von 12.000 EUR. Bei Überschreitung dieser Grenze muss eine Einkommenssteuererklärung abgegeben werden – damit geht die ArbeitnehmerInnenveranlagung in der Einkommenssteuererklärung auf. Beträgt der jährliche Gewinn aus betrieblicher Tätigkeit weniger als 730 EUR, muss keine Einkommenssteuererklärung abgegeben werden. Allerdings kann manchmal eine freiwillige Einkommenssteuererklärung sinnvoll sein, um eine etwaige Negativsteuer geltend zu machen.

Achtung: Ob ein Arbeitsvertrag oder eine andere Vertragsform (wie etwa ein Werkvertrag oder freier Dienstvertrag) vorliegt, bestimmt sich danach, welche Merkmale in der Praxis überwiegen und nicht nach der jeweiligen Bezeichnung des Vertrages!

  1. Budgetplanung: Auf was muss ich bei der Finanzierung meines Lebensunterhalts achten?

Auch finanzielle Fragen zur Sicherung des Lebensunterhalts können oft zur Belastung für Studierende werden. Dafür gibt es einen besonderen Service an der JKU: die Budgetberatung. Dies ist ein kostenloses und unabhängiges Angebot von KLARTEXT in Kooperation mit der ÖH JKU. In einem Beratungsgespräch, mit einem unabhängigen Experten, hast du die Möglichkeit, deine finanziellen Themen vertraulich und unter Verschwiegenheit zu besprechen.

Diese kostenlose Budgetberatung kannst du jedenfalls in Anspruch nehmen, wenn du…

… finanzielle Fragen zu deiner aktuellen oder sich ändernden Lebenssituation hast.
… dir einen Überblick zu deinen Finanzen schaffen möchtest.
… du finanzielle Pläne (wie z.B. Eigenheim, eigene Wohnung, Auto, Auslandssemester und dergleichen) hast und mehr Sicherheit brauchst, ob bzw. wie sich das finanziell ausgeht.
… du dir konkrete Impulse und Lösungsansätze, gemeinsam mit einem/r externen Berater/in, schaffen möchtest.

Gerne könnt ihr euch mit euren Anliegen direkt an uns – das ÖH Sozialreferat - wenden, wir versuchen gerne euch bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Studium zu unterstützen.